Öffentliche und private Auftragsarbeiten

Der öffentliche Raum ist kein Museum. Hier begegnen sich Menschen mit unterschiedlichsten An­schauungen, Erfahrungen und Interessen. Hier hat die Skulptur auch diejenigen anzusprechen und zum Denken anzuregen, die den Umgang mit zeitgenössischer Kunst nicht gewohnt sind, ohne populistisch zu werden und ihren künstlerischen Anspruch aufzugeben. Elementare Aussagen über körperliche Befindlichkeit und sowohl nachvollziehbare als auch offen angelegte Sinnbrücken stellen zeitlose Fragen. Mein Ziel ist die Langzeitwirkung und ich habe den Anspruch, denjenigen, die der Skulptur begegnen, einen Impuls zu geben, um sich auf die Reise in ihre ureigene Assoziationswelt aufzumachen.

Landesmuseum Schloss Gottorf, Barockgarten, Schleswig, 2026

Landratsamt Reutlingen (Aufbau), 2025

Bertha-Benz Schule Sigmaringen, 2025

Fondation Clément, Le François, Martinique, 2024

Stadt Biberach an der Riß, 2023

Das Lager Lindele war während des Zweiten Weltkriegs ein Kriegsgefangenen- und Internierungslager in Biberach an der Riß (Südwürttemberg). Im Lager waren überwiegend Deportierte aus Guernsey, einer der Kanalinseln, interniert. Im November 1944 wurden hier 149 orientalische Juden mit britischem Reisepass, die ursprünglich im italienischen KZ Giado in Libyen inhaftiert waren, eingesperrt. Im Januar 1945 kamen 133 Häftlinge aus dem KZ Bergen-Belsen dazu, vorwiegend niederländische Juden, die eigentlich als Austauschjuden in die Schweiz transportiert werden sollten. Die in dieser Zeit in Biberach gestorbenen Juden wurden 1945 auf dem jüdischen Friedhof in Laupheim begraben.

Das Lager wurde am 23. April 1945 von der französischen Armee befreit. Es wurde nach einem mit Linden bepflanzten Moränenhügel – dem „Lindele“ – benannt. Auf dem ehemaligen Lagergelände befinden sich heute Ausbildungsgebäude der Hochschule für Polizei Biberach.

Am 23. April 2023 wurde die von dem Ravensburger Stahlbildhauer Robert Schad geschaffene Gedenkskulptur »DER SCHREI« auf dem Gelände der Hochschule für Polizei in Biberach eingeweiht. Die Straßennamen Guernseyallee, Jerseyweg und Tunnelweg im benachbarten Wohngebiet Hochvogelstraße erinnern an das Lager Lindele. Seit 1997 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Biberach und Guernsey.

IMITATE – Institute for Disease Modeling and Targeted Medicine / Univer­sität Freiburg, 2021

EMERIGE, Boulevard Ornano, Paris-Saint Denis, 2020

Fa. Schunk GmbH + Co KG Mengen, 2020

Fábrica Santo Thyrso, Santo Tirso, 2019

Neumarkt in der Oberpfalz, 2019

MORITZ UND DAS TANZENDE BILD

Eine Skulptur zum Gedenken an den Hanauer Maler Moritz Daniel Oppenheim (1799–1882)

Zu einer bekannten Landmarke hat sich das Denkmal zu Ehren von Moritz Daniel Oppenheim (1799-1882) im öffentlichen Raum gemausert. Es gehört inzwischen zu den meistfotografierten Motiven in unserer Stadt. Das Monument der Bildhauer Robert Schad und Pascal Coupot wird auf einer Informationstafel am Forum Hanau ausführlich erklärt:

»Moritz Daniel Oppenheim wurde 1799 in der Hanauer Judengasse, der heutigen Nordstraße, geboren. In Hanau verbrachte er seine Kindheits- und Jugendjahre. Als die französische Besetzung ab 1806 die Freiheitsrechte einführte, konnte Oppenheim 1809 die Hohe Landesschule und bereits im Alter von 14 Jahren die Hanauer Zeichenakademie besuchen. Von 1817 bis 1819 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie in München. Zwischen 1820 und 1825 führten ihn Studienreisen nach Paris, Florenz, Rom und Neapel, bevor er sich schließlich in Frankfurt niederließ. 1828 heiratete Moritz Daniel Oppenheim Adelheid Cleve. Nach deren Tod ehelichte er 1839 Fanny Goldschmidt. Insgesamt hatte er sechs Kinder. 1882 starb Oppenheim als renommierter Maler in Frankfurt. Weltweit erregte Moritz Daniel Oppenheim Aufmerksamkeit mit seinem 1866 erstmals erschienenen Zyklus „Bilder aus dem altjüdischen Familienleben«.

Er porträtierte u.a. Mitglieder der Familie Rothschild, Fanny Hensel, Heinrich Heine und Ludwig Börne. Auf Empfehlung Goethes wurde ihm 1827 der Professorentitel der Weimarer Akademie verliehen. Oppenheim war der erste bedeutende jüdische Maler des 19. Jahrhunderts, der dem Gedanken der Emanzipation verbunden war. In seinem Leben und Werk setzte er sich engagiert mit der religiösen Tradition des Judentums auseinander und trat selbstbewusst für dessen Gleichberechtigung in Deutschland ein. Heute sind Oppenheims Werke in allen großen Museen vertreten. Das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe und der Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. verfügen über eine bemerkenswerte Sammlung seiner Gemälde und Zeichnungen.

2006 regten der »Förderkreis Denkmal Moritz Daniel Oppenhei« und der Gesprächskreis Kultur der Stadt Hanau an, dem Maler ein bleibendes Zeichen der Erinnerung zu setzen. Politische Beschlüsse wurden 2007 gefasst. Durch den Hanauer Stadtumbau ergab sich 2008 die Möglichkeit, einen internationalen Wettbewerb für ein Monument auf dem neuen Freiheitsplatz zu initiieren. Eine mit namhaften Fachleuten besetzte Jury und ein Bürgerbeirat empfahlen 2013 den Vorschlag »Moritz und das tanzende Bild« des renommierten Stahlbildhauers Robert Schad zu realisieren, was Magistrat und Stadtverordnetenversammlung 2014 beschlossen. Das zweiteilige Kunstwerk wurde im Juni 2015 in der Mitte des Hanauer Stadtlebens platziert. Die Idee des Bildhauers: »Bei einem abendlichen Spaziergang durch Hanau erscheint Moritz Daniel Oppenheim ein großes Bild, das zu tanzen scheint. Nichts ist darin, wie er es bisher kennt: Horizonte stürzen, Gegenstände fallen aus dem Bild heraus. Der Künstler nimmt die Erscheinung in Erinnerung mit sich und versucht zu malen, was er sieht. Erst fast 100 Jahre später gelingt es Malern Bilder zu gestalten, die keine Menschen, Gegenstände und Landschaften abbilden. Moritz war der erste, der ein solches Bild sah, ohne es je auf Leinwand gebannt zu haben.«

Das Tanzende Bild ist ein monumentaler, in den Raum gezeichneter Rahmen, mehrfach gebrochen, von diagonalen Horizonten, mit einer Säule und einer ellipsenartigen Form durchzogen. In seiner ausladenden Form und seiner gewagten Statik bildet es einen diametralen Partner zum biedermeierlich gekleideten Moritz und reagiert zugleich auf die strenge Architektur der Stadtloggia. Dass Moritz sich selbstbewusst dem Neuen und Unbekannten stellt, ist Aufforderung an uns, es ihm gleich zu tun. Nur in der selbstbewussten Auseinandersetzung auch mit scheinbar unüberwindlichen Hürden können scheinbar unlösbare Aufgaben gelöst werden und sich die Gesellschaft weiterentwickeln. Dafür ist ein unaufgeregter Blick nach vorne, wie ihn Oppenheim praktiziert, eine Grundvoraussetzung. Der gekippte Rahmen ist transparent, verstellt den Raum nicht und schreibt sich in ihn hinein. Beim Vorbei- und Hindurchgehen vermitteln sich den Betrachtern wechselnde Perspektiven, die dynamisieren. Trotz Tonnenschwere wirkt die Skulptur tänzerisch leicht.

Aus der Begründung der Jury: »Robert Schad setzt durch das Denkmal im Dialog zwischen figürlicher und abstrakter Gestaltung ein urbanes und selbstbewusstes Stadtzeichen. In der Gestaltung besteht ein ideales Zusammenspiel von klar gegliederter Gebäudefassade und kraftvoller, aber zugleich verspielter Skulptur. Das Denkmal fügt sich organisch in das architektonische Umfeld ein. Es entsteht ein offener Denk- und Kunstraum. Das Kunstwerk kann sofort erfasst werden und gibt zugleich der Phantasie der Betrachter/innen freien Raum.«

Presseinformation des Kulturamts der Stadt Hanau, 2015

SkulpTour Hanau
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Augustenkreisel Schorndorf, 2009

Handwerkskammer Ulm, 2008

Saacke GmbH Bremen, 2005

MJC Palente, Besançon, 2003

Sylt-Quelle Rantum, 2003

Stadt Weingarten (Württemberg), 2002

Bundesministerium für Finanzen Berlin, 2001

S-Bahn-Station Filderstadt/Bernhausen, 2001

Merckle GmbH, Blaubeuren/Weiler, 2000

Kennedy-Platz Bremen, 1997

Polizeirevier Nord, Freiburg, 1996

Kreissparkasse Hannover, 1996

Município de Belo Horizonte/ Barreiro, 1996

Deutsches Literaturarchiv und Schillermuseum Marbach, 1995

Ernest & Young (ehem. Schitag) Stuttgart, 1994

Augustaanlage Mannheim, 1993

Marienplatz Ravensburg, 1993

Deutsche Botschaft Moskwa, 1992

Deutsche Botschaft Kathmandu, 1992

Landtag Baden-Württemberg, Stuttgart, 1986/87

Museum für Neue Kunst Freiburg, 1985

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